Nicole´s Tagebuch
Bei -5 Grad Celsius... (Teil 18)
Hoffentlich sind nicht aller guten Dinge Drei: Nicoles zweiter Anlauf der praktischen Motorrad-Prüfung
Von NICOLE KANNGIESSER
Kassel. „Brrrr Brrrr Brrr...“ Der Vibrationsalarm ließ mein Handy wild über meinen Schreibtisch tanzen. „Moment“, flüsterte ich, „ich gehe mal kurz raus.“ Mein Fahrlehrer war dran: „Du wirst es nicht glauben, aber ich hab wirklich noch einen Termin für dich bekommen.“ Nein! Wann? Oh mein Gott... „Am Montag, 15. Dezember, 8.15 Uhr.“ Sooo früh? Naja, dann habe ich wenigstens keine Zeit mir den ganzen Vormittag Gedanken zu machen.
„Super, vielen Dank. Wir fahren aber vorher nochmal, oder?!“ Besser ist das. Die Grundfahraufgaben kann man gar nicht oft genug üben.
Gesagt, getan. Am Wochenende vor meiner zweiten praktischen Motorradprüfung ließ mich mein Fahrlehrer nochmal alle Aufgaben durchfahren. „Klappt ja wie geschmiert“, freute ich mich. Dann gings nochmal auf die Straße. Mein „Kurvenfahren“ muss unbedingt noch verbessert werden. Abschließend gehen wir nochmal die Technik durch: Beleuchtungseinheiten, die Bremsen, was ist mit der Kettenspannung... und so weiter. Das sitzt! Da kann ja eigentlich gar nichts mehr schief gehen, obwohl, dass habe ich beim letzten Mal auch gedacht... Jetzt nur nicht wieder an dir zweifeln, Nicole, reiß dich zusammen! Außerdem weiß diesmal ja wirklich niemand bescheid, niemand ;-)
Von Sonntag auf Montag schlief ich unglaublich gut. Ausgeruht aber mit nüchternem Magen machte ich mich auf in Richtung Fahrschule. Diesmal können wir keine Warmfahr-Runde mehr drehen, schade. Und, wie kalt ist das eigentlich heute?! „-5°C!“, spricht es mein Fahrlehrer aus, „Nicht gerade das perfekte Wetter um Motorrad zu fahren...“ Ganz recht, da warten wir doch lieber im Auto auf den Prüfer.
Trotz der Kälte lief mir der Schweiß den Rücken runter, als ich dem Prüfer mein Können bei den Grundfahraufgaben präsentierte. Das Zittern kam wohl eher von der Nervosität als von den Minus-Temperaturen... Doch alles klappte perfekt. Ausweichen ohne Bremsen und mit Bremsen, Slalom, Stop and Go – das ganze Programm, fehlerfrei. Jetzt musst du dich schön konzentrieren, dann hast du den Lappen in der Tasche...
Nachdem ich im Betonwerk in Oberzwehren alles ohne Zwischenfälle über die Bühne brachte, lotste der Prüfer mich Richtung Landstraße. Man ist das kalt. Nach knapp 20 Minuten waren meine Finger taub, meine Füße eingefroren und ohne halboffenes Visier hätte ich wohl gar nichts mehr gesehen. Ich dachte wirklich, ich müsse mich einfach rückwärts vom Bock fallen lassen und sterben. Ok, ein wenig theatralisch, aber ich bin wohl wirklich eine Schön-Wetter-Fahrerin... Du packst das, los, du schaffst das. Und schwupp standen wir auch schon beim TÜV.
„Bitteschön“, der Prüfer reichte mir meinen Führerschein, „ist doch alles super gelaufen.“ Juhu! Geschafft! Und wer kann schon von sich behaupten, dass er am 14. Dezember bei -5°C seine praktische Prüfung bestanden hat...
Vielen Dank, liebe Leser, für euer offenes Ohr. Natürlich halte ich euch gerne auf dem Laufenden, wie es weitergeht, wenn ich endlich eine eigenen Maschine habe.
Alles Liebe, eure Nicole
Lesermeinungen zu diesem Artikel
(Lesermeinungen sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen)
"Hee Nicole ich gratuliere dir für den Schein. Man sieht sich Super "